Schlusswort

Damit kann ich nun beruhigt und zufrieden diesen Blog vorübergehend schließen. Abschließend bedanke ich mich natürlich besonders bei den Leuten, die mir diese Reise erst ermöglichten und bei denen die mich unterstützten, in welcher Art auch immer: finanziell, organisatorisch, durch Sachspenden 😉 und natürlich den fleißigen Lesern!

N Seoul Tower

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Jeju

Auf den Weg nach Jeju machte ich mich von Peking aus. Zuerst nahm ich den Flieger zurück nach Seoul / Incheon (internationaler Flughafen) und fuhr von dort aus zwanzig Minuten mit dem Airport Shuttle zum Flughafen Seoul / Gimpo (regionaler Flughafen).

Ilchulbong

Die Strecke Gimpo – Jeju wird von einer handvoll Fluggesellschaften beflogen, darunter drei Billigflieger. Also wollte ich, ganz der Sparfuchs, ein günstiges Ticket ergattern. Allerdings klappte der Buchungsprozess über das Internet nicht, da die Seiten ausschließlich auf Koreanisch verfügbar sind. Die Sprachbarriere konnte ich natürlich mit einheimischer Hilfe beseitigen. Aber beim Eintragen der Fluggastdaten wurde eine ID von mir gefordert, die ich nicht besaß. Weder meine Reisepassnummer, noch die der Alien Registration Card funktionierten. Also blieb im Endeffekt doch nur die Buchung über eine der klassischen koreanischen Fluggesellschaften: Asiana. Schlussendlich vielleicht aber eine gute Fügung, da ich dort wenigstens die vollen zwanzig Kilo Gepäck mitnehmen konnte. Aus China brachte ich nämlich ein paar Gramm Übergepäck mit…

Yonggung Minbak

Die ersten drei Tage verbrachte ich an der Ostküste der Insel, im Yonggung Minbak. Das Besondere an dieser Herberge ist der direkte Blick aus dem Zimmer auf den Vulkan Ilchulbong.

Fähre nach Udo

Am ersten Tag fuhr ich aber zunächst mit der Fähre auf eine noch kleinere Insel, genannt Udo Island. Direkt dort angekommen wurde ich von einer Gruppe koreanischer Studenten angesprochen, doch mit ihnen die Insel zu erkunden.

Udo

Udo

Udo

Den darauffolgenden Tag erkundete ich die Umgebung, allerdings nur kurz, da es heftig regnete. Am letzten Morgen bestieg ich schließlich den Ilchulbong.

Ilchulbong

Ilchulbong

Ilchulbong

Ilchulbong

Gegen Mittag fuhr ich mit dem Einheimischenbus weiter in Richtung Seogwipo, wo ich den größten Teil meines Inselaufenthalts verbrachte. Ich nächtigte im Hiking Inn, einem Hostel in Hafennähe. Diese Unterkunft kann ich auch nur wärmstens empfehlen, da man dort ein lauschiges Einzelzimmer mit Weitblick, Internetanschluss, Badewanne und Fernseher für wenig Geld bekommt.

Hiking Inn

Hafen

Zu den Highlights in Seogwipo gehört sicherlich das Jeju World Cup Stadium, in dem u.a. die deutsche Fußballnationalmannschaft während der WM 2002 spielte. Das Stadion ist anscheinend ganztägig geöffnet, da man ohne Probleme einmal auf der Ehrentribühne Platz nehmen und WM-Luft schnuppern konnte.

Jeju World Cup Stadium

Des weiteren empfiehlt sich noch ein Spaziergang entlang der Steilküste.

Oedolgae

Steilküste

Mit dem Fahrrad machte ich einen Tag lang eine ausgiebige Tour bis zum schwarzen Sandstrand Soesokkak. Dieser Trip verlange mir aber alles ab, denn ich hatte schlicht die Steigungen und Abfahrten der Insel unterschätzt.

Soesokkak

Den richtigen Badestrand findet man aber nicht in Seogwipo an sich, sondern muss mit dem Airport Limousine Shuttle ins dreißig Minuten entfernte Jungmun Resort fahren. Dort einfach am Hyatt Regency Hotel (!) aussteigen und den angrenzenden Jungmun Beach benutzen. Denn Privatstrände sucht man in Korea vergebens.

Jungmun Beach

Jeongbang Falls im Jungmun Resort.

Dolharubang

Jeongbang Falls

Jeongbang Falls

Der wohl spektakulärste und gleichzeitig auch anstrengendste Ausflug war sicherlich die Besteigung des Baeknokdam (1950 Meter) im Hallasan Gebirge. Der höchste Punkt Südkoreas. Der Krater weist einen Umfang von 2000 Metern und 100 Meter Tiefe auf. Knapp vier Stunden Auf- und vier Stunden Abstieg schlauchen ganz schön (1200 Höhenmeter).

Aufstieg zum Baeknokdam

Aufstieg zum Baeknokdam

Vulkansee

Gipfel

Wegweiser auf dem Gipfel

Am letzten Tag besuchte ich nochmals das Jeju World Cup Stadium, um die einzige deutsche Teilnehmerin beim Triathlon anzufeuern. Das Event wurde auch live im koreanischen Fernsehen übertragen. Kaum war ich am Verpflegungspunkt angekommen, wurden mir auch schon Bananen, Schokoriegel und Wasser angeboten, was ich dankend ablehnte. Nicht ablehnen konnte ich hingegen das Fernsehinterview, als plötzlich ein Kamerateam vor mir auftauchte und mir Fragen stellte. Also wer meinen Auftritt beim Laternen-Festival verpasst hatte, konnte mich dort ein zweites Mal begutachten.

Gyeongju

An einem Wochenende fuhr ich mit dem General Bus nach Gyeongju. Das „Museum ohne Mauern“ liegt im Südosten des Landes, an der Küste des Japanischen Meeres. Diese Provinz wird explizit vom Einsamen Planeten empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht.

General Bus

Ab dem Express Bus Terminal betrug die Reisedauer vier Stunden. Den aktuellen Fahrplan kann man unter http://www.kobus.co.kr/web/eng/index.jsp einsehen. Die Fahrkarten für die Hin- und Rückreise kaufte ich bereits einige Tage zuvor an der oben genannten Station. Wäre aber gar nicht nötig gewesen, da der Bus nur halb voll war. Es gibt für alle Ziele innerhalb Koreas drei verschiedene Bustypen: General, Excellent und Excellent Midnight. Der einzige Unterschied ist, dass beim General Bus (Für Sparfüchse!) vier Stühle pro Reihe verbaut sind und im Excellent nur drei. Dafür kostet der Sparbus auch ein Drittel weniger. Der Komfort in beiden Bustypen ist vollkommen identisch: klimatisiert und Satelliten-TV. Ist schon echt ein Erlebnis, wenn der Busfahrer während der Fahrt Hallenvolleyball live der Männer (Korea vs. Niederlande) in HD anschaltet! Ein weiterer Vorteil sind die Busspuren auf der Autobahn. Während die normalen PKW sich drei Spuren teilen, Richtgeschwindigkeit fahren und sich an jeder Mautstelle anstellen müssen, fahren die Reisebusse einfach ungebremst auf der linken Spur an allen vorbei. Ich hatte zuerst überlegt, ob ich nicht den Zug nach Gyeongju nehmen sollte, aber zum Einen war dieser teurer und zum Anderen hätte die Fahrt eine halbe Stunde länger gedauert.

Sarangchae

Sarangchae

Nachdem ich ausgeruht aus dem Bus stieg, trat ich in das legendäre Touriinformationshäuschen direkt am Busbahnhof und ließ mir zwei Karten reichen. Mir wurde in perfektem Englisch erklärt, wo ich meine zuvor per Mail gebuchte Herberge finden würde. Man findet vor Ort ohne Probleme mehrere Duzend Unterkünfte, aber die wohl beste Unterkunft Koreas muss man auf jeden Fall ein paar Tage vorab reservieren: Sarangchae. Die richtige Adresse, wenn man einmal typisch koreanisch hausen will!

Königsgräber

Königsgräber

Nachdem ich meine Sachen verstaut hatte – Schlösser in der gesamten Bleibe Fehlanzeige – erkundete ich mit einem Fahrrad die Umgebung.

Fahrradtour

Diese Hügel sind Königsgräber, die mit diversen Gesteinsschichten aufgeschüttet wurden.

Königsgräber

Zweieinhalbstündiger Aufstieg nach Seoak-ri, wo ein Buddha in die Felswand geschlagen wurde.

Weg zum Seoak-ri

Seoak-ri

Blick vom Seoak-ri

Grab von General Kim Yu-sin

Wandertag

Die Cheomseongdae Sternwarte, das älteste erhaltene Observatorium in Ostasien. Insgesamt besteht die Sternwarte aus 366 Steinen.

Cheomseongdae

Blick in ein Königsgrab

Blick in ein Königsgrab

Anapji Pond

Kaputt von meiner anstrengenden Tour genehmigte ich mir am Abend eine Hangover Suppe. Ich erwartete etwas Leichtes und bekam stattdessen ein Stück Rinderwirbelsäule, mit Fleisch zart wie Butter. Ein Traum.

Hangover Suppe

Am nächsten Tag für ich mit dem Bus 10 zum Bulguksa Tempel, der Hauptattraktion.

Bulguksa Tempel

Bulguksa Tempel

Bulguksa Tempel

Danach suchte ich den Einstieg eines Wanderpfades, der undeutlich im Reiseführer eingezeichnet war. Auf der Strecke war ich mal wieder der einzige Ausländer und wurde von den Wanderern freundlich gegrüßt.

Wegweiser

Aufstieg zur Seokguram-Grotte

Nach dem zweistündigen Marsch erwartete mich die Seokguram-Grotte.

Seokguram-Grotte

Seokguram-Grotte

Anschließend ging es per Taxi zum Girimsa Tempel

Girimsa Tempel

… und zum Seegrab von König Munmu.

Seegrab von König Munmu

Nachdem ich es mir am Strand gemütlich gemacht hatte und erschrocken feststellte, dass es schon gegen sechs Uhr war, ging ich zur Fernverkehrsstraße und hoffte noch einen Bus zu erwischen. Die Haltestelle wies weder einen Fahrplan, eine Linie noch eine Richtung auf. Als dann nach fünf Minuten ein koreanischer Rentner die Fernverkehrsstraße heruntergelaufen kam (?), fragte ich ihn nach dem Weg. Schwupps war das Smartphone aus der Tasche gezogen und mir wurde zu erklären gegeben, dass der nächste Bus wohl in drei Minuten kommen solle. Dem war dann auch so. Im Bus fragte ich auf Koreanisch nach dem Fahrpreis – 1500 Won, weniger als der angegebene Preis im Reiseführer.

dreistöckige Pagoden

Reisfelder

Tumuli Park

Da ich mir meine Rückfahrt auf elf Uhr gelegt hatte, blieb am letzten Tag nur noch der Besuch des Nationalmuseums offen. Hier ein paar Impressionen:

Nationalmuseum

Nationalmuseum

Nationalmuseum

Nationalmuseum

Anschließend ging es (selbstverständlich) mit dem General Bus wieder zurück in die Hauptstadt.

Grüße aus Berlin

Nachdem ich nun schon seit über fünf Monaten zurück in der Heimat bin, will ich nun endlich den Blog abschließen. Wie ich selbst erst einmal nachlesen musste, fehlen wohl noch die Bilder aus Gyeongju und von der Insel Jeju. Vorab hier aber noch ein „neues“ Video. Es zeigt den Weg zwischen der U-Bahnstation Hyehwa in Richtung Sungkyunkwan University. Diese Einkaufsmeile durchlief ich jedes Mal auf dem Weg in den Untergrund…

Zurück in Schland!

Nachdem ich nun schon seit zwei Wochen wieder in der alten Heimat lebe,  dachte ich mir, dass es an der Zeit wäre, den Blog fortzuführen. Finale Ausbeute: 6919 Fotos auf 20,9GB!

Airbus A380 am Narita Airport

Nein, das ist nicht mein Heimatflugzeug. Das ist der Airbus A380 auf dem Weg nach Singapur. Sehr beeindruckend.

Airbus A380 am Narita Airport

Das hier ist es, der Airbus A340-600. Das längste Passagierflugzeug der Welt, da noch zwei Meter länger als der A380. Ein superentspannter Flug, da ich am Notausgang direkt hinter der Business-Class saß und ca. 2,5 Meter Beinfreiheit genießen konnte.

Airbus A340-600

Inzwischen ist auch mein erstes 15kg-Paket aus Seoul eingetroffen. Sechs Wochen hat der Versand per Seeweg gedauert.

Kamakura

An meinem letzten Tag in Japan machte ich abschließend einen Ausflug nach Kamakura. Entsprechend meiner derzeitigen Gefühlslage, schüttete es aus allen Kübeln.

Weltuntergang

Nichtsdestotrotz besichtigte ich einige interessante Orte, sofern ich etwas durch die Wand aus Starkregen erkennen konnte.

Per Bimmelbahn ging es zur Hase Station (kein Rechtschreibfehler!).

Bimmelbahn

Von dort aus ging ich zu Fuß zum gleichnamigen Hase Kannon Tempel.

Hase Kannon Tempel

Garten des Tempels

Das Highlight war das Felsgrottenlabyrinth mit verschiedenen Schreinen und diversen Buddhastatuen, die ich nur im gebückten Zustand erreichte.

Felsgrottenlabyrinth

Anschließend besichtigte ich den Daibutsu, eine elf Meter hohe Bronzestatue, in die man hineinkriechen konnte.

Daibutsu

In immer stärker werdendem Regen ging es durch die Kirschbaumallee zum Tsurugaoka Hachimangu Schrein.

Tsurugaoka Hachimangu Schrein

Mit wassergefüllten Schuhen hatte ich anschließend keine Lust mehr die hübsche Stadt zu besichtigen und fuhr völlig durchnässt ins trockene Tokyo zurück.

Fujiyama

Ein Tag OHNE Tempel. (Morgen ist der Spaß dann aber schon wieder vorüber!) Heute ging es zum Fuji, dem höchsten Berg Japans (3776m). Natürlich war ich nur am Fuße des Berges auf 2305m und das auch nur per Bus. Zu dieser Jahreszeit wähnt man den Gipfel eigentlich im Nebel, doch dem war glücklicherweise kurzzeitig nicht so. Also kann ich sogar ein Gipfelfoto posten.

Fuji

Mittelstation

Angeblich muss jeder einmal in seinem Leben den Fuji erklommen haben. Diese Geschichte kam mir aber doch recht bekannt vor, haben mir die Chinesen mit der Mauer auch einbläuen wollen. Als Beweis habe ich mir deshalb ein „I climbed the Great Wall“-Shirt mitgebracht. Auf der Rückfahrt wurde ich durch den Geruch von faulen Eiern geweckt. Ich erreichte dampfende Schwefelquellen.

Schwefelquellen

Diese Kombi sollte verboten werden!

Am Abend ging es mit dem Shinkansen wieder zurück zur Tokyo Station.